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Verein Lichtblicke e. V. – wir machen uns stark

Willkommen auf den Seiten des gemeinnützigen Vereins Lichtblicke e. V., Organisation der Assistenzhundeführer – Selbsthilfe – Interessenvertretung – Verbraucherschutz. In diesem Verein haben sich seit seiner Gründung 1996 Betroffene mit Assistenzhunden sowie Menschen, die diese gute Sache unterstützen wollen, zusammengefunden.

Als Assistenzhunde werden Hunde bezeichnet, die aufgrund ihrer wesensmäßigen Eignung und nach einer besonderen Ausbildung einem bestimmten behinderten oder chronisch kranken Menschen helfen. Mit der Assistenz dieses Hundes ist es dem Betreffenden möglich, weitgehend selbstbestimmt am Leben teil zu nehmen.

Assistenzhunde – Partner auf vier Pfoten

Zum besseren Verständnis unterscheiden wir die Assistenzhunde nach ihren wesentlichen Aufgaben:

  • der Blindenführhund – er ermöglicht dem Blinden oder stark Sehbehinderten eine sichere Fortbewegung in vertrauter und fremder Umgebung
  • der Servicehund – er erbringt für jemanden, der motorische Einschränkungen hat, die für diesen Menschen, z. B. einem Rollstuhlfahrer, nötigen Hilfeleistungen, er öffnet Türen, bringt und hebt Dinge auf, kurz gesagt: Der Servicehund hilft bei den Tätigkeiten, die durch die Behinderung nicht mehr möglich sind oder nur unter großen Schwierigkeiten oder Gefahren.
  • der Signalhund – diese Sparte der Assistenzhunde ist sehr vielschichtig und auch ihre Ausbildung ist je nach ihrem “Beruf” unterschiedlich.
    • für gehörlose oder stark hörgeschädigte Menschen macht der Signalhund Geräusche wahrnehmbar, indem er z. B. bestimmte Gegenstände für bestimmte Geräusche -Telefon, Türklingel bringt oder seinen Menschen berührt.
    • Allergikern zeigt ihr Hund den allergieauslösenden Stoff an.
    • bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, bei neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Narkolepsie, bei Autismus und bei den psychischen Erkrankungen wie posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), Dissoziationen, Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen leisten diese Signalhunde unschätzbare Dienste.

Es ist klar, dass die Aufgaben der Hunde immer mehrere Bereiche abdecken, trotzdem benennt man sie nach ihrer Hauptaufgabe, so zum Beispiel hebt der Blindenführhund seinem Frauchen oder Herrchen auch Dinge auf und viele Betroffene sind mehrfach behindert, ein Diabetiker kann z. B. auch Rollstuhlfahrer sein. Dementsprechend ist es wichtig, dass der Assistenzhund nicht nur die Basisfertigkeiten lernt, sondern auch das, was sein zukünftiger Halter insbesondere benötigt.

Verein Lichtblicke e. V. – unsere Aufgaben

Nach der obigen Beschreibung der Aufgaben und Fähigkeiten der Assistenzhunde fragen Sie sich vielleicht, wozu es da einen Verein braucht, der die Interessen speziell der Behinderten und chronisch Kranken mit Assistenzhund vertritt. Die Antwort ist einfach aber traurig: Alle diese Assistenzhunde-Teams (so nennt man das Team aus behindertem Menschen und seinem Assistenzhund) haben die gleichen Probleme:

Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das ihre Rechte und Pflichten regelt, ja nicht einmal eine Definition, was ein Assistenzhund ist!

Hier setzen wir vom Verein Lichtblicke e. V. uns mit aller Kraft ein, um ein gutes Gesetz auf den Weg zu bringen.

Die Arbeit am Gesetz

Ein solches Gesetz, das die Bedürfnisse der Assistenzhunde und der Menschen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung bestmöglich berücksichtigt und allen Personen, die mit ihnen in Berührung kommen Klarheit gibt, sollte die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Zutrittsrechte für das Assistenzhundeteam regeln, genau wie sie ein “normaler” Mensch hat, der nicht auf seinen Assistenzhund angewiesen ist.
  • Eine Prüfung für den zukünftigen Assistenzhund vorschreiben, bei der einerseits seine Eignung an sich, also Wesen, Gesundheit, soziale Fähigkeiten mit anderen Menschen und Tieren, Gehorsam überprüft wird. Zum anderen das Zusammenspiel von Hund und Mensch begutachtet wird und die speziellen Hilfeleistungen, die diese Person benötigt, abgefragt werden.
  • Sicherstellen, dass die Ausbildung der Assistenzhunde nach den neuesten Erkenntnissen der Lerntheorie und mit positiver Verstärkung statt mit Zwang und Strafe erfolgt.
  • Sicherstellen, dass die zukünftigen Assistenzhundehalter auf ihre ebenfalls verantwortungsvolle Rolle in diesem Team gut vorbereitet sind und sich stetig weiterbilden müssen.
  • Klare Regeln, dass nur wirklich Berechtigte einen Hund als Assistenzhund führen dürfen und die entsprechenden Rechte in Anspruch nehmen dürfen.

Bereits 2016 hatte der Verein Lichtblicke e. V. einen dementsprechenden Antrag im Bundesrat gestellt, doch erst jetzt scheint die Zeit reif zu sein und die Regierungskoalition hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen. Hierzu sprachen die beiden Vorsitzenden, Livia Hofmann-Buoni und Gloria Petrovics, mit verschiedenen VertreterInnen der Regierung und der großen Parteien. Am 25. Oktober 2019 lud das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter anderen den Verein Lichtblicke e. V. zu einem Expertenworkshop in Berlin ein. Der Verein Lichtblicke e. V. hatte bereits im Vorfeld einen Entwurf für das Assistenzhunde Gesetz eingereicht.

Beratung

Von Betroffenen für Betroffene zu allen Themen rund um den Assistenzhund. Wenn Sie eine Frage haben, können Sie uns gerne eine Nachricht senden.

Fortbildungen

Der Verein veranstaltet regelmäßig Fortbildungen. Themen sind praktisch und theoretisch, hier eine Auswahl aus den letzten Jahren.

  • Seminare für zukünftige Ersthundehalter – bin ich und ist mein Umfeld für einen Hund geeignet; habe ich die Garantie, dass ich ihn in der Arbeit dabei haben kann; was kommt da auf mich zu: Ernährung, Körperpflege, Auslauf und Training…
  • Welche Form der Ausbildung hat welche Vor- und Nachteile (Fremdausbildung, teilunterstützte und reine Selbstausbildung)
  • Vorträge und Diskussionen
  • Praktische Übungen zu Gehorsam, Freizeitbeschäftigung und dem spielerischen Erwerb neuer Fähigkeiten
  • Lerntheorie
  • Physiotherapie

Öffentlichkeitsarbeit

  • Tatkräftige und finanzielle Unterstützung von zwei Mitgliedern, die wegen Diskriminierung vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt haben. Die erste hat bereits Recht bekommen.
  • Artikel in Zeitungen und dem Internet
  • ein Filmprojekt, in Planung

Vernetzung

  • Seit seinem Bestehen ist der Verein Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen
  • Mitglied im ISL – Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben Deutschland e. V.
  • Kooperation mit dem BDV – Bund deutscher Einsatzveteranen
  • durch gemeinsame Mitglieder/Vorstandsmitglieder sind wir mit dem Verein Assistenzhunde Bayern e. V. und dem Verein Hunde fürs Leben e. V. (geleitet von Lisa Ophüls) verbunden

 

Der Verein Lichtblicke e. V. – unsere Vision

 Inklusion

Selbstbestimmt leben

 Aus unserer Sicht gibt es zwei gravierende Hemmnisse auf dem Weg zur Erfüllung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Umsetzung der Antidiskriminierungsgesetze:
zum Einen:

ein fehlendes Assistenzhundegesetz

und zum anderen:

die Barrieren in den Köpfen der Menschen