05.09.2012 von Sandra Weiss

Ich war gestern und vorgestern total überrascht, fasziniert und erfreut von Zorro. Und ich hab gestern richtig gemerkt, dass ich langsam lerne, meinem Hund zu vertrauen und nicht immer meinen Kopf durchzusetzen.

Es ging schon damit los, dass wir am Dienstag (04.09.2012) eine produktive Mittagspause hatten. Zuerst war ich mit dem kleinen Lord gassi, dann bei der Bank, Geld und Kontoauszüge holen, danach in der Kantine essen, und das alles in nur einer Stunde!

Das hätte ich mit Stock früher nie geschafft. Der Weg zur Bank ging total reibungslos, Zorro zeigte die Banktür, den Automaten und sogar den Kontoauszugsdrucker total richtig und gut an, wir waren also schnell wieder draußen. Auch der ganze Weg dorthin und zurück verlief 1a.

Dann gestern (05.09.2012) ging es zur Spielgruppe. Schon der Weg hin wieder eine totale Freude und ein pures Glücksgefühl. Ich hab es richtig genossen mit Zorro im Geschirr zu laufen. Wir waren flott unterwegs, und er machte es toll.

Ich merkte, wie meine Skepsis, die doch ab und an immer noch da ist, ob er wohl die Hindernisse früh genug anzeigt, die Engstellen auf dem Bürgersteig meistert, die Straßenkurven richtig nimmt, etc. mehr und mehr der Begeisterung über das Laufen mit Hund Platz machte. Ich kann dieses Gefühl schwer beschreiben, aber es hatte gestern absolut etwas von Freiheit. Und ich denke auch Zorro merkte es, und es schien auch ihm sichtlich zu gefallen.

Auch während der Spielgruppe suchte er immer wieder den Kontakt zu mir, brachte mir ein Frisbee, was ich werfen sollte, stubste mich immer wieder an, etc. Das macht er sowieso öfter. Wohl ein Bindungssignal, nehme ich an.

Dann nach der Spielgruppe, auf dem Rückweg, hatte ich mich plötzlich etwas verkalkuliert. War mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache und auf unserem Weg. Auf einmal waren wir in einer anderen Straße als sonst, ich ging aber davon aus, wir wären auf dem richtigen Weg. Zorro wurde allerdings plötzlich sehr zögerlich und langsam. Ich trieb ihn an, aber er wurde noch langsamer. Ok, dachte ich, lasse ich ihn mal machen. Wir sind also umgekehrt, und ich habe Zorro buchstäblich die Führung überlassen. Und siehe da, er hatte Recht!

Wir wären wirklich sonst falsch gelaufen. So brachte der kleine Lord uns wieder auf den richtigen Weg. Und ich spürte deutlich, sobald ich ihm das Kommando überließ und mich ihm anvertraute, lief er zielsicher weiter. Es war einfach absolut spitze, und wir waren beide total glücklich, als wir zu Hause ankamen.

Für mich waren das gestern und vorgestern sehr sehr schöne Glücksmomente, die mir zeigen, wir sind auf dem richtigen Weg. Auch bindungstechnisch hat uns das glaube ich eine Menge gegeben.